Kundgebung in Dresden

Als sich die Mitglieder des TuL Arbeitskreises Sachsen im Januar entschieden, den 11. März als Termin für das nächste Treffen festzulegen, ahnten sie nicht, dass sich Dresden an diesem Tag immer noch in Winter und Kälte hüllen würde. Trotz alledem versammelten sie sich nach vorherigem Gespräch und Mittagessen im Gasthaus "Zur Mangel" auf dem Schlossplatz vor der Silhouette von Stadtschloss und Hofkirche, um das erste Mal öffentlichkeitswirksam ihre Überzeugung kundzutun.

Unter der sächsischen Fahne hielt in eisiger Kälte, Schneegestöber und im vom Elbufer herkommenden Wind zunächst Florian Günther auf dem noch existierenden Sockel des König-Georg-Denkmals eine Rede. Er griff darin die Heuchelei an, mit der dem Volke weiß gemacht werde, es lebe im demokratischsten Land der Erde und stellte die Frage, warum das Volk sich dann nicht an der Herrschaft im Lande beteiligen dürfe. Er sagte: "In Deutschland haben wir nur an einem einzigen Tag alle vier Jahre Demokratie und das ist bei der Bundestagswahl!" Er kritisierte, dass nach der abgeschlossenen Bundestagswahl, das Volk jeglichen Einfluss im Staat verliert und unsere Volksherrschaft eigentlich eine Parteienherrschaft ist. Auch bemerkte er, dass eine abgegebene Stimme, nicht immer den Effekt erzielt, den sie erzielen soll. Pazifisten, die in der Überzeugung eine pazifistische Partei zu wählen, Grün gewählt haben, haben mit dieser Stimme "Für den Frieden" eine Partei gestärkt, die Deutschland in den ersten Krieg seit dem 2. Wk geführt hat. Die Stimme des Wählers wurde also ins Gegenteil verkehrt. Er griff auch an, dass unser Grundgesetz bis heute nicht vom Volk durch Wahlen legitimiert ist, ja das noch nicht mal alle Landtage dem GG beigetreten sind! "Dieses Grundgesetz ist nicht zum Schutze des Volkes, sondern zum Schutze des Staates gedacht - das ist nicht die Aufgabe einer Verfassung!"

Um Deutschland weiter zu demokratisieren forderte Günther eine Einschränkung der Parteienmacht, von Unten und von Oben. Von Unten soll das Volk die Möglichkeit zum Volksentscheid bekommen. Dieser soll es ermöglichen, dass das Volk zum erstenmal in unserer Geschichte selbst realen Einfluss auf die Politik üben kann. Er kritisierte Leute die behaupten das Volk sei zu dumm für Volksentscheide. "Es ist wohl schwieriger", so Günther, "die Kompetenz einer Person die man gar nicht kennt, nur aus dem Fernsehen - wo sie uns eine Show vorspielen kann - einzuschätzen, als wenn wir für oder gegen die Einführung des Euro sind!" Dass das Volk nicht alle Hintergründe kennen kann, mag sein aber dann müssen die Parteien das Volk informieren. In den meisten Staaten Europas, vor allem in Monarchien sind Volksabstimmungen erlaubt, in Deutschland bis heute nicht!

Die Eingrenzung der Parteienmacht von Oben, sollte durch ein Staatsoberhaupt geschehen, dass unabhängig von Parteien und somit von Wahl sein Amt ausführt. Es solle auf lange Zeit mit dem Staat verbunden sein und so die Entwicklung dieses beobachten. Er kritisierte die Abhängigkeit des Präsidenten von der Partei, der er angehöre.

Des weiteren verlangte er, dass so ein neues Staatsoberhaupt Aufgaben des Schutzes übernimmt, um so das Volk vor Demagogen und Ermächtigungsversuchen der Parteien zu schützen. Der Schutz des Rechtsstaats, der Demokratie, der Menschenrechte, der Freiheit, der Verfassung, der deutschen Einheit, von Minderheiten und der Kultur, sollten Aufgaben eines neutralen Staatsoberhauptes sein. Nur ein Monarch kann solche Aufgaben übernehmen und die Monarchie wird unser Land demokratischer und freier gestalten als es die Republik je kann.

Anschließend versuchte der sächsische Arbeitskreisleiter Eric Beyer, möglichst viele Passanten nicht nur im Vorbeigehen anzusprechen, sondern auch zum längeren Zuhören zu gewinnen.

Er stellte die den Zuhörer umgebenden Bauten als Beispiel für Wirken und Handeln einer Monarchie dar. Er verglich sie mit einem Körper der seine Seele seit Jahrzehnten verloren hat . Er verurteilte die Demagogen die im November 1918 die Bürger auf die Straßen zwangen und machte sie für das Leiden des sächsischen Staates in den darauffolgenden Jahrzehnten verantwortlich. Das Chaos und der Hunger in der Weimarer Republik, die Bomben auf Dresden, das Tal der Ahnungslosen; in ihrer Freiheit beraubt, in Angst vor dem Inlandsgeheimdiensten der verschieden Systeme. Im zweiten Teil seiner Rede listete er eine geballte Menge Vorurteile gegenüber der Monarchie auf und wiederlegte sie danach. Er zeigte auf, wie weit der Einzelne, der Macht der öffentlichen Meinung unterlegen ist und forderte jeden auf, sich frei zu bilden! Im dritten Teil seiner Rede listete er Argumente auf, die unschlagbar für die Monarchie sprachen.

Die anderen Mitglieder verteilten währenddessen Flugblätter und kamen mit Passanten ins Gespräch. Dass sich die Resonanz an diesem Sonnabendnachmittag in der dreiviertel Stunde in Maßen hielt, sollte vorrangig dem Wetter geschuldet sein und darf die Teilnehmer nicht entmutigen. Immerhin folgten einige Zuhörer während der gesamten Zeit der Kundgebung! Anschließend zogen alle Teilnehmer in die Hofkirche ein, um in der Gruft - Grablege der Wettiner - den dort Ruhenden ihre Ehre zu erweisen. Aber nicht nur Mitglieder des sächsischen Fürstenhauses fanden dort ihren Frieden. In einem neu angelegten Raum, für dessen Zutritt man am Bronzesarg König Friedrich Augusts III. vorbei muss, ruht der 1996 verstorbene Bischof Gerhard Schaffran. Der Bischof von Dresden-Meißen war ein Freund und Schützer des vormals regierenden Königshauses. Nach dem Krieg hat er Teile des wettiner Eigentums vor den bolschewistischen Plünderern verwahrt und später an die Erben zurückgegeben.

Wieder an unserem Ausgangslokal angelangt, rekapitulierten die neun an diesem Tag erschienenen Mitglieder und Gäste das Geschehen in der Dresdner Altstadt, diskutierten über mögliche Verbesserungen für das nächste Mal, aber auch im Allgemeinen über aktive Mitarbeit und besonders über Öffentlichkeitsarbeit und die leider unverzichtbare Finanzierung dessen. In Zukunft macht es sich der AK Sachsen noch mehr zur Aufgabe, zu versuchen mit dem hiesigen Adel näher zusammenzuarbeiten und die dem angeschlossene Öffentlichwirksamkeit noch intensiver zu nutzen. Das nächste Treffen findet am 13. Mai in Halle/S. statt, zu dem alle Mitglieder und Interessierte willkommen sind.

Wie auch Eric Beyer zum Schluss seiner Rede auf dem Schlossplatz bemerkte, so soll auch hier gesagt sein: "Wie damals so stehen wir heute hier für dieses Ziel vereint. Es ist für unsere Zukunft, es ist für Deutschlands Tradition und Leben - Mit Gott, König und Vaterland!"